April

April (lat. aprilis), vierter Monat des Jahres, soll nach Ovid seinen Namen von aperire, „öffnen“, haben, weil der Frühling alles öffnet, die Knospen und Blüten und ebenso die Herzen der Menschen. Wie in Indien die Vertreibung des Winters durch Narren erfolgt, so werden im deutschsprachigen Kulturraum die Menschen „in den April geschickt“: Am ersten April schickt man die Narren, wohin man will.“ In der alemannischen > Fastnacht sind es die Narren, die den Winter und seine Dämonen vertreiben.
Gelten Aprilkinder ohnehin schon als Unglückskinder (Wuttke), so traf dies bei den frühen Christen ganz besonders auf die am 1. April Geborenen zu, weil dieses Datum mit dem Geburtstag von Judas Ischariot in Verbindung gebracht wurde. Auch in der Volksmedizin wird der April als gefährlich angesehen. Und im Wirtschaftsleben kommt dem 1. April als Unglückstag ebensolche Bedeutung zu.

Lit.: Runde, Justus Friedrich: Vergleichung der römischen in unsern Kalendern annoch gebräuchlichen Monatsnamen, mit denen, welche Karl der Grosse einzuführen suchte. [s.l.], 1781; Wuttke, Adolf: Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. 3. Bearb. / von Elard Hugo Meyer, unveränd. fotomechanischer Nachdr. der Orig.-Ausg. Berlin 1900. Leipzig: Zentralantiquariat der Dt. Demokratischen Republik, 1970; Herkunft der deutschen Monatsnamen. Frankfurt / M.: Jünger, 1981.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1