Apophasis Megale

Apophasis Megale (griech., „Große Darlegung“). Von Hippolyt († 235/36) wird dem > Simon Magus die Apophasis Megale zugeschrieben (ref VI 9–18), ein Werk des frühen 3. Jhs., in dem vielleicht Fragmente der Lehre Simons enthalten sind, dessen Zugehörigkeit zum simonianischen Gnostizismus aber auch nicht unumstritten ist. Von ihrer Struktur her handelt es sich um eine Drei-Prinzipien-Lehre von Himmel, Erde und Geist. Die Ursache allen Seins ist das Feuer, von dem sechs Kräfte ausgehen, als erste und zweite Himmel und Erde. In den sechs Kräften findet sich eine siebte Kraft, „die Stehende“, der göttliche Geist, der am Beginn der biblischen Schöpfung über dem Wasser schwebte. Diese siebte Kraft durchzieht alles und liegt als „ungewordene“, ursprüngliche göttliche Substanz im Menschen. Der Mensch muss ihre Entfaltung fördern und kann dadurch erlöst werden, andernfalls geht das Göttliche in ihm zugrunde.

Lit.: Frickel, Josef: Die ,Apophasis megale‘ in Hippolyt’s Refutatio – VI 9 –18: Eine Paraphrase zur Apophasis Simons. Rom: Pont. Inst. Orient. Studiorum, 1968 (Orientalia Christiana analecta; 182); Hippolytus, Romanus: Refutatio omnium haeresium. Ed. by Miroslav Marcovich. Berlin [u. a.]: de Gruyter, 1986.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1