Apokalypse Abrahams

Apokalypse Abrahams (ApcAbr), auch Abraham-Apokalypse genannt, ist ein pseudepigraphischer Midrasch, der auf Gen 15 beruht, um ca. 100 n. Chr. entstanden und in 32 Kapitel gegliedert ist. Der Text ist nur in einer altslawischen Übersetzung erhalten. Hauptinhalt des Buches ist die Erwählung Abrahams und der Bundesschluss zwischen Gott und > Abraham bzw. seinen Nachkommen. Der Text gliedert sich in zwei Teile, die vermutlich von verschiedenen Autoren stammen. Der erste Teil (haggadischer Teil ApcAbr 1–8) wendet sich gegen eine kultische Verehrung von Bildern. Im zweiten Teil (apokalyptischer Teil ApcAbr 9–32) erhält Abraham in Form von Visionen bei seinem Opfer für Gott (vgl. Gen 15) Einblick in die „kommende“ Welt; u. a. sieht er die Zerstörung des Jerusalemer Tempels. Für die Endzeit werden zehn Plagen und die Sendung des „Erwählten“ zur Rettung des Gottesvolkes angekündigt, ebenso die Vernichtung der Sünder. Dabei spielen Engel eine große Rolle, allen voran > Jaoel, der Engel Gottes, und > Asasel, der Erste der gefallenen Engel. Mit Hilfe des Engels Jaoel steigt Abraham auf einer Opfertaube in den siebten Himmel auf, um die Zukunft seines Volkes bis zum Endgericht zu erfahren. > Himmelsreise.

Lit.: Bonwetsch, Nathanael G.: Die Apokalypse Abrahams. Leipzig: Deichert, 1897; Philonenko-Sayar, Belkis: Die Apokalypse Abrahams. Gütersloh: Mohn, 1982.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1