Apkallu

Apkallu, wörtlich „die Weisen“. In der Religion Mesopotamiens bezeichnete man mit A. sieben Wesen mit außergewöhnlicher Weisheit, die als Helden der Kultur aus der Zeit vor der Sintflut stammten. Sie waren menschlicher Abstammung und wurden von > Ea, dem Weisen unter den Göttern, mit Weisheit ausgestattet. Im Fluss erschaffen waren sie dazu ausersehen, das harmonische Wachsen der Pflanzen des Himmels und der Erde zu garantieren. In Befolgung des Beispiels von Ea erdachten sie das Wissen der Menschheit, die sozialen Formen und das handwerkliche Können. Sie verfassten die Texte für das Wahrsagen, die Magie und andere Kategorien der Weisheit, etwa die Medizin.
Gilgamesh, „der alles sah“ und die Weisheit, die vor der Flut entstand, zurückgebracht haben soll, wird auf einem Siegel „Meister der Apkallu“ genannt. In der weiteren Entwicklung wurden die Sieben zu Gründern der sieben Stätten: Eridu, Ur, Nippur, Kullab, Kesh, Lagash und Shuruppak sowie von Uruk (Gilg. I 9; XI 305).
Vom 2. bis zum 1. Jahrtausend breitete sich der Mythos der sieben Weisen nach Westen bis Griechenland aus. So sollen mit den „Helden der Vorzeit“ (Gen 6, 4) und den sieben Säulen der Weisheit (Spr 9, 1) die A. gemeint sein.
Im Sumerischen werden die sieben Weisen > Abgal genannt und gehören als Untertanen von > Enki zum > Abzu (Apsu). Diese werden als Mischwesen dargestellt (z. B. als Fischwesen).

Lit.: Black, Jeremy: Gods, Demons and Symbols of Ancient Mesopotamia: an Illustrated Dictionary. Publ. for the Trustees of the Brit. Museum. London: British Museum Press, 21998; Dictionary of Deities and Demons in the Bible (DDD) / Karel van der Toorn; Becking, Bob; Horst, Pieter W. van der [Hg.]; Second extensively revised edition. Leiden, 1999.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1