Apis

Apis (ägypt.Hep), heiliger Stier, der schon in der I. Dynastie als Symbol der Fruchtbarkeit verehrt wurde. Da man ihn in Memphis verehrte, wurde er bald mit dem dortigen Stadtgott > Ptah verbunden, als dessen Inkarnation er galt. Seit der 18. Dynastie (ab 1550 vor Chr.), in der die ägyptischen Theologen die Sonnenlehre verfassten, wurde A. mit > Atum, dem abendlichen Erscheinen des Sonnengottes, in Verbindung gesetzt, der sich in Form eines > Skarabäus, Abbild des verjüngten Sonnengottes, aus der Erde erhebt, um in einem zyklischen Prozess Licht, Leben und Vegetation zu schaffen. A. steht auch für den Mond, der als großer Stier aufgefasst wird. Aufgrund des Mondbezuges zu den Überschwemmungen wird A. mit > Osiris Lunatus, dem verjüngenden Stier, assoziiert.
Besonders bekannt ist dabei die Verbindung von Apis mit > Osiris als dem Gott der Toten. Apis ist grundsätzlich schwarz und Osiris wird zuweilen „Stier des Westens“ oder „Großer schwarzer Stier“ genannt. Zudem wird Apis mit > Horus, dem Sohn des Osiris identifiziert und somit > Isis als Mutter des Apis bezeichnet.
Noch zu Lebzeiten des inkarnierten A. durchreisten die Priester des Apis das Land auf der Suche nach einem Stier, der die göttlichen Merkmale trug, Flecken auf verschiedenen Körperpartien, die aus ihm den Nachfolger des regierenden Apis machten. Bei seinem Tod wurde Apis zum Osiris-Apis und nach Art des Osiris 70 Tage lang einbalsamiert und in den Gewölben des > Serapeums beigesetzt, wo schon die anderen Inkarnationen des Gottes beigesetzt worden waren. Danach wurde der neue Apis in großer Festlichkeit inthronisiert.
Die Griechen nannten den A. > Epaphos und machten ihn zum Sohn der > Io, die sie der kuhgestaltigen Isis gleichsetzten.

Lit.: Assmann, Jan: Liturgische Lieder an den Sonnengott: Untersuchungen zur altägyptischen Hymnik I; mit 8 Tafeln hieroglyphischem Textanhang. Berlin: Hessling, 1969; Kater-Sibbes, G. J. F. / Vermaseren M. J.: Apis. Leiden: Brill, 1975; Egyptian Religion: the Last Thousand Years; Studies Dedicated to the Memory of Jan Quaegebeur / Willy Clarysse ... (eds.). Leuven: Peeters, 1998; Dictionary of Deities and Demons in the Bible (DDD) / Karel van der Toorn; Becking, Bob; Horst, Pieter W. van der [Hg.]; Second extensively revised edition. Leiden, 1999.

Apis (ägypt.Hep), heiliger Stier, der schon in der I. Dynastie als Symbol der Fruchtbarkeit verehrt wurde. Da man ihn in Memphis verehrte, wurde er bald mit dem dortigen Stadtgott > Ptah verbunden, als dessen Inkarnation er galt. Seit der 18. Dynastie (ab 1550 vor Chr.), in der die ägyptischen Theologen die Sonnenlehre verfassten, wurde A. mit > Atum, dem abendlichen Erscheinen des Sonnengottes, in Verbindung gesetzt, der sich in Form eines > Skarabäus, Abbild des verjüngten Sonnengottes, aus der Erde erhebt, um in einem zyklischen Prozess Licht, Leben und Vegetation zu schaffen. A. steht auch für den Mond, der als großer Stier aufgefasst wird. Aufgrund des Mondbezuges zu den Überschwemmungen wird A. mit > Osiris Lunatus, dem verjüngenden Stier, assoziiert.
Besonders bekannt ist dabei die Verbindung von Apis mit > Osiris als dem Gott der Toten. Apis ist grundsätzlich schwarz und Osiris wird zuweilen „Stier des Westens“ oder „Großer schwarzer Stier“ genannt. Zudem wird Apis mit > Horus, dem Sohn des Osiris identifiziert und somit > Isis als Mutter des Apis bezeichnet.
Noch zu Lebzeiten des inkarnierten A. durchreisten die Priester des Apis das Land auf der Suche nach einem Stier, der die göttlichen Merkmale trug, Flecken auf verschiedenen Körperpartien, die aus ihm den Nachfolger des regierenden Apis machten. Bei seinem Tod wurde Apis zum Osiris-Apis und nach Art des Osiris 70 Tage lang einbalsamiert und in den Gewölben des > Serapeums beigesetzt, wo schon die anderen Inkarnationen des Gottes beigesetzt worden waren. Danach wurde der neue Apis in großer Festlichkeit inthronisiert.
Die Griechen nannten den A. > Epaphos und machten ihn zum Sohn der > Io, die sie der kuhgestaltigen Isis gleichsetzten.

Lit.: Assmann, Jan: Liturgische Lieder an den Sonnengott: Untersuchungen zur altägyptischen Hymnik I; mit 8 Tafeln hieroglyphischem Textanhang. Berlin: Hessling, 1969; Kater-Sibbes, G. J. F. / Vermaseren M. J.: Apis. Leiden: Brill, 1975; Egyptian Religion: the Last Thousand Years; Studies Dedicated to the Memory of Jan Quaegebeur / Willy Clarysse ... (eds.). Leuven: Peeters, 1998; Dictionary of Deities and Demons in the Bible (DDD) / Karel van der Toorn; Becking, Bob; Horst, Pieter W. van der [Hg.]; Second extensively revised edition. Leiden, 1999.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1