Apachen

Apachen. Indianerstamm, der ab dem 13. Jh. den hohen Norden Alaskas verließ, über Kanada und die Prärien Nordamerikas nach Süden in die damaligen Gebiete der amerikanisch-mexikanischen Grenze zog und sich zwischen den Bergen und Wüsten im Westen des heutigen Texas, teilweise in New Mexico und Arizona sowie auf einem Streifen von Nordmexiko entlang der heutigen Grenze zu den Vereinigten Staaten niederließ.
Die A. gehörten der Sprachfamilie der Athapasken an, die auch heute noch in Alaska zu finden sind. Anfangs lebten sie ausschließlich von Überfällen auf die Pueblo-Völker, welche im Südwesten siedelten und von denen sie schließlich den Ackerbau erlernten. Die Pueblo-Indianer waren es auch, die den Athapasken den wohl bekanntesten Namen – „apachu“ – gaben, was „Feinde“ bedeutet. Die Spanier formten daraus das Wort „Apaches“. 200 Jahre kämpften die A. mit Erfolg gegen die Spanier, die alles daransetzten, diese Volksgruppe auszumerzen. Dies erfolgte jedoch erst unter den USA. Am 4. September 1886 kapitulierte der letzte Häuptling der Apachen, Geronimo, nach dem längsten und fruchtlosesten Feldzug in der Geschichte der US-Kavallerie.
Das Weltbild der Apachen ähnelt dem der > Navajos, ist jedoch nicht so umfangreich. Über allen Göttern steht eine ferne Macht namens „Ysun“ (Lebensspender), die sich nur wenig in das Weltgeschehen einmischt, im Gegensatz zu „Kojote“, der von Anfang an anwesend ist. Er stiehlt das Feuer, bringt Nacht und Finsternis über die Welt und den unausweichlichen Tod für den Menschen. Ähnliche Eigenschaften werden „Weißbemalter Frau“ zugeschrieben, die, von Wasser oder Blitz geschwängert, „Feindtöter“ und „Kind des Wassers“ gebiert.
Zwei weitere Gruppen übernatürlicher Wesen, die Bergleute und die Wasserleute, spielen bei der Verursachung und Heilung von Krankheiten eine Rolle. Wie ein Heiler eine Gesundung auch immer erstreben mag, die erste Geste wird stets der Macht zugeschrieben. Diese kann sich dem Menschen in einem Traum oder einer Vision kundtun, um die Heilungszeremonie mitzuteilen, die meist unter Verwendung von Kräutern vier Tage und vier Nächte dauert. Spricht die Krankheit auf Kräuter nicht rasch an, werden als Ursache „Ansteckung“ durch Tiere, Geister oder Hexen angenommen. Als besonders ansteckend gelten Bär, Schlange, Kojote und Eule, wobei gerade die Eule gern in Verbindung mit Geistern gebracht und die Eulenkrankheit daher als eine Form der Geisterkrankheit angesehen wird (Sandner, S. 265–271).

Lit.: Sandner, Donald: So möge mich das Böse in Scharen verlassen: eine psychologische Studie über Navajo-Heilrituale. Solothurn; Düsseldorf: Walter, 1994.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1