Anziehungkraft des Bezüglichen

Anziehungkraft des Bezüglichen. Von dem Schriftsteller Wilhelm von Scholz (1874–1969) eingeführter Begriff zur Bezeichnung des sinnvollen „Zufalls“, den er u. a. durch folgende Begebenheit beleuchtet:
Eine Frau fotografierte 1914 im Schwarzwald ihren 4-jährigen Sohn; den Film mit 6 Aufnahmen übergab sie in Straßburg einer Bekannten, die ihn zum Entwickeln in ein Labor bringen sollte . Infolge des Kriegsausbruches war diese Bekannte, eine Russin, nicht mehr auffindbar und mit ihr der Zettel mit der Kontrollnummer des Labors. Ohne besagte Nummer sah sich die Firma jedoch außerstande, den Film zu finden. 1916 kaufte die Frau im Frankfurter Raum einen Film und machte Aufnahmen ihrer inzwischen geborenen Tochter. Beim Entwickeln zeigten sich Doppelbelichtungen: Der neu gekaufte Film war jener, der in Straßburg verloren gegangen war.
Im spiritistischen Kreisen erklärt man solche Ereignisse auch als möglichen Eingriff jenseitiger Geister, während Autoren der Parapsychologie an eine Beteiligung von Psi oder an das Pauli-Jungsche > Synchronizitätsprinzip denken.

Lit.: Koestler, Arthur: Die Wurzeln des Zufalls. Bern [u. a.]: Scherz, 1972; Scholz, Wilhelm von: Der Zufall und das Schicksal: d. geheimen Kräfte d. Unwahrscheinl. Freiburg i. Br. u. a.: Herder, 1983; Zahlner, Ferdinand: Zur sog. Anziehungskraft des Bezüglichen. Paranormales im Netz von Zufall, Synchronizität und Vorsehung. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 62 (2013) 4, 335 – 355

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1