Anubis

Anubis („der in den Mumienbinden ist“), altägyptischer Gott der Mumifizierung und der Toten. Ursprünglich war er Wächter der Totenstadt von Saqqara, wo es häufig Schakale zu beobachten gab. So hat A. zum einen die Gestalt eines großen schwarzen Hundes oder Schakals, zum anderen eines Menschen mit einem Hunde- oder Schakalkopf. Als Totengott ist er „Herr der Gotteshalle“ und „Herr der Reinigungsstätte“ und damit Leiter der Mumifizierung. Im Neuen Reich wurde A. als Wache haltender Hund auf einem Kasten, der Balsamierungsgerät oder Eingeweidebehälter enthielt, dargestellt. Als > Osiris die Herrschaft des Totenreiches antrat, wurde A. sein Untergebener und hatte die Wägung der Herzen beim Totengericht vorzunehmen und die Seelen der Verstorbenen durch die Unterwelt zu führen. A. war zudem der Beschützer der Friedhöfe und besaß eine Reihe von Kultorten an verschiedenen Stellen des Landes. Später wurde er als Hermanubis von den Griechen mit > Hermes, der die Seelen der Toten begleitete, gleichgesetzt.

Lit.: Lafaye, Georges: Histoire du culte des divinités d'Alexandrie Sérapis, Isis, Harpocrate et Anubis hors de l'Egypte depuis les origines jusqu' à la naissance de l'école Néo-Platonicienne. Paris: Thorin, 1884; Dogs in antiquity: Anubis to Cerberus; the origins of the domestic dog / Douglas Brewer; Terence Clark; Adrian Phillips. Warminster: Aris & Phillips, 2001.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1