Antoniterkreuz, Antoniuskreuz

Antoniterkreuz oder Antoniuskreuz(lat. crux commissa bzw. comissa, zusammengefügtes Kreuz) ist die Bezeichnung für das T-förmige Kreuz, auch Ägyptisches Kreuz oder Schächerkreuz genannt. Der kurze Querbalken befindet sich am oberen Ende des Kreuzstammes. Der T-Form wegen heißt der Typus auch Thaukreuz.
Dieses Kreuz in Form eines T zierte in Ägypten die Brust einer Serapis-Statue, Symbol des künftigen Lebens. Der Überlieferung nach trug auch der hl. > Antonius der Große, der Einsiedler und Wüstenvater in Ägypten (geb. 251/52–356/57), dieses Kreuz, das als Attribut des Heiligen jedoch erst seit der Gründung des Antoniter-Ordens bekannt ist. Die Angehörigen dieses Ordens trugen ein blaues Antoniuskreuz auf ihrem schwarzen Mantel.
Der hl. Antonius soll mit diesem Kreuz die Dämonen vertrieben, die Götzen gestürzt und die Pest bekämpft haben. Er habe das Kreuz auf seinem Mantel und an seinem Stab getragen, eine Tracht, die in Wirklichkeit auf die Antonierherren des Mittelalters zurückgeht. Die Geschichte dieses Ordens hängt mit der Geschichte einer Epidemie, des > Antoniusfeuers (ignis sacer), zusammen. Daher soll das A. gegen Pest und ähnliche Krankheiten schützen.
Seit 1736 ist das A. das Wappen der Justus-Liebig-Universität in Giessen, Deutschland.

Lit.: Zöckler, Otto: Das Kreuz Christi: religionshistorische und kirchlich-archäologische Untersuchungen; zugleich ein Beitrag zur Philosophie der Geschichte. Gütersloh: Bertelsmann, 1875; Korte, Gandulf: Antonius der Einsiedler in Kult, Kunst und Brauchtum Westfalens. Hg. von Adalbert Klaus. Werl / Westf.: Coelde, 1952; Maria Baptista <a Spiritu Sancto>: Der heilige Antonius, Erzvater d. Einsiedler. Saarbrücken: Verl. f. religiöses Schrifttum Dr. Krueckmeyer, 1955; Anderhub, Andreas: Das Antoniterkreuz in Eisen: zur Geschichte d. Univ. Giessen während d. 1. Weltkriegs. Giessen: Selbstverl., 1979.

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1