Antimachos

Antimachos (griech.). Nach der griechischen Mythologie war Antimachos
1. ein trojanischer Adeliger und ein großer Krieger, der sich aufgrund friedlicher Vereinbarung der Rückkehr der Helena aus Troia widersetzte und empfahl, die Unterhändler der Griechen zu töten. Später wurden seine Söhne in einem Ver­geltungsakt umgebracht;
2. ein Sohn des > Herakles und einer Tochter des Thespios sowie Vater des Deiphontes;
3. einer der > Kentauren, der auf der Hochzeit des Pirithous durch Caeneus ums Leben kam;
4. griechischer Dichter aus Kolophon (um 400 v. Chr.), älterer Zeitgenosse Platons. Mit seinen beiden Hauptwerken, dem Epos Thebais (über die beiden mythischen Thebanischen Kriege) und einem nach seiner verstorbenen Geliebten Lyde benannten Elegienzyklus, der die Mythen durch den Tod getrennter Liebespaare behandelte, war er Begründer der gelehrten Dichtung und als solcher Vorläufer und Vorbild der Alexandriner, die ihn wegen seiner Gelehrsamkeit gleich nach Homer stellten.

Lit.: Leutsch, Ernst Ludwig von: Thebaidis cyclicae reliquiae / disposuit et commentatus est Ernest. Ludovicus de Leutsch. Gottingae: Dieterich, 1830; Matthews, Victor J.: Antimachus of Colophon: text and commentary. Leiden [u. a.]: Brill, 1996.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1