Angelus von Jerusalem

Angelus von Jerusalem (1185–5.5.1225), heilig (Kultapprobation 1584, Fest: 5. Mai), Karmelit, Märtyrer. Nach dem Tod der Eltern trat er mit seinem Zwillingsbruder im Alter von 25 Jahren in den Karmeliterorden ein und legte im Konvent auf dem Berg Karmel seine Gelübde ab. 1218 erhielt er die Priesterweihe. Daraufhin wurde er nach Rom gesandt, um von Papst Honorius III. die definitive Bestätigung der neuen Regel zu erhalten, die um 1214 vom hl. Albert von Jerusalem verfasst worden war und den Karmeliterorden von einem kontemplativen zu einem Bettelorden wandelte. Nach fruchtbaren Predigten in S. Giovanni im Lateran wurde er nach Sizilien geschickt, um gegen die Katharer zu predigen. Während seiner feurigen Predigten sollen Rosen und Lilien aus seinem Mund gekommen sein. Schließlich wurde er bei einer Predigt in der Kirche der hl. Philippus und Jakobus durch fünf Dolchstiche verwundet und starb vier Tage darauf, am 5. Mai 1225, in Licata. 1662 wurden seine sterblichen Überreste in die neue Kirche Maria vom Karmel überführt. 1656 soll er Licata vor der Pest bewahrt haben.

Lit.: Fornari, Giuseppe Maria <C.M.I.>: Anno memorabile de carmelitani nel quale à giorno per giorno si rappresentano le vite, l'opere & i miracoli di s. Elia profeta loro patriarca e di tutti i santi, e sante, beati [...] del suo sacro ordine della beatissima Madre di Dio Maria Vergine del Monte Carmelo ordinato e disposto dal padre maestro Giuseppe Maria Fornari [...] Milano: Carlo Federico, 1688–1690.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1