Angele, Thea

Angele, Thea, die erste Deutsche, die in Lourdes geheilt wurde. Thea Angele wurde am 24. September 1921 im württembergischen Oberlangensee (Gemeinde Neukirch bei Tettnang) geboren. 1944, im Alter von 23 Jahren, traten bei ihr, die als Stenotypistin in Tettnang arbeitete, Bewusstseinstörungen und Lähmungen an Händen und Füßen auf. Die Krankheit wurde damals als unheilbare Nervenentzündung eingestuft. Zu allem Überdruss wurde Thea bei einem Luftangriff auf die Universitätsstadt Tübingen in einem Luftschutzkeller verschüttet, woraufhin die Krankheit mit aller Heftigkeit ausbrach. Im Januar 1946 wurde in der neurologischen Klinik in Tübingen eindeutig multiple Sklerose diagnostiziert. Krankenhausaufenthalte in Lindau (1946/47) und in Tettnang (1947/48) brachten keine Linderung. Der Zustand verschlechterte sich, begleitet von häufigen Krampfanfällen. „Ein seit April (1950) bestehender soporöser Zustand wird durch die immer notwendigen Impletolinjektionen (Novokain-Koffein) in die tiefe Bewusstlosigkeit übergeführt.“ (Olivieri, 88)
Vor dem Sterben wollte man einen früher geäußerten Wunsch der todgeweihten Thea Angele, eine Wallfahrt nach Lourdes, erfüllen. Diese fand von 15. bis 23. Mai 1950 statt. Am Samstag, den 20. Mai, bekam sie das vierte Bad. Beim Herausheben konnte sie wieder sprechen und nach der Sakramentsprozession am Abend den linken Arm frei bewegen. Die folgenden Kontrollen im Ärztebüro bestätigten die Heilung.
Thea Angele trat am 10. Mai 1955 in die Schwesterngemeinschaft der „Unbefleckten Empfängnis“ in Lourdes ein und erhielt dabei den Ordensnamen Maria Mercedes.
Am 28. Juni 1961 wurde das Dekret der Anerkennung der wunderbaren Heilung von Bischof Pierre Marie Théas von Tarbes und Lourdes veröffentlicht.

Lit.: Olivieri, Alphonse: Gibt es noch Wunder in Lourdes? 18 Fälle von Heilungen (1950–1969). Mit e. Vorw. von Pierre-Marie Théas [Übers. von Georg Siegmund]. Aschaffenburg: Pattloch, 1973.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1