Angang

Angang, aneganc, widerganc, ein durch das ganze Mittelalter hindurch tief verwurzelter und bis heute noch nicht völlig erloschener Aberglaube, demzufolge Tier, Mensch oder Gegenstände, von denen man frühmorgens beim ersten Ausgang „angegangen“ wird, Heil oder Unheil bringen sollen. So gelten im Volksglauben Begegnungen mit Schornsteinfegern und Jägern als günstig, eine alte Frau, ein Fuchs und eine schwarze Katze hingegen als ungünstig. Auch Ort und Zeit sind von Bedeutung, z. B. Wegkreuzung, Friedhof, Mitternacht. Schutz und Abwehr gegen bösen A. sind: ausspucken, sich bekreuzigen oder sofortiges Wegschauen.

Lit.: Bonin, Werner F.: Lexikon der Parapsychologie und ihrer Grenzgebiete. Bern; München: Scherz, 1976; Grimm, Jacob: Deutsche Mythologie. Coburg: Schütz-Verl., 2001.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1