Andreastag

Andreastag. Der A., 30. November, steht am Beginn eines Kirchenjahres, das mit dem 1. Advent einsetzt. An diesem Tag sollte so mancher Brauch einen Blick in die Zukunft gewähren. So haben viele heute übliche Neujahrsbräuche ihren Ursprung in diesem Feiertag, z. B. Wettervorhersagen und Liebesorakel. Gebräuchlich waren zudem das Schuhwerfen, Baum- oder Zaunrütteln, Lichtelsetzen, Scheiteziehen oder das Legen von Buchstabenzetteln.
Mancherorts war A. Schlachttermin. In den Vereinigten Staaten begeht man noch heute diesen Tag in diesem Sinne. Es gibt Rindergulasch oder Brunswick Stew.
Am A. wurde 1736 die Großloge von Schottland gegründet, die seither ihr Jahresfest an diesem Tag begeht. Ebenso wird der Tag in all jenen Systemen festlich begangen, die in ihrem Aufbau auch zur Person des Apostels Andreas Bezug haben, so in den Großlogen von Schweden, Dänemark, Norwegen und der Großen Landesloge von Deutschland.

Lit.: Wicelius, Georgius: Das ander Teil Postillen, der Epistel und Evangelien von den Heiligen Gottes, nemlich vom Feste der Hymelfart Christi Jesu an, bis auff Sanct Andreetag. Mentz: Behem, 1543; Becker-Huberti, Manfred: Lexikon der Bräuche und Feste: 3000 Stichwörter mit Infos, Tipps und Hintergründen. Freiburg [u. a.]: Herder, 2000; Lennhoff, Eugen: Internationales Freimaurerlexikon. Überarb. u. erw. Neuaufl. d. Ausg. v. 1932. München: Herbig, 2000.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1