Andreas Hibernon

Andreas Hibernon (*1534 Murcia, Spanien, †18.4.1602 Gandia), selig (22. Mai 1791, Fest: 18. April), Laienbruder der Franziskaner. Am 1. November 1557 trat er in das Noviziat des Konvents von Albacete ein, das zum Reformzweig der Diskalzeaten gehört, der 1555 vom hl. > Petrus von Alcántara in Spanien eingeführt wurde. 1563 wurde er in den Konvent von Elche und 1574 in jenen von Valencia versetzt. In dieser Zeit schloss er Freundschaft mit dem hl. Johannes von Ribera, dem Erzbischof von Valencia, der ihn des öfteren im Konvent aufsuchte.
Den Dokumenten des Seligsprechungsverfahrens zufolge sprach A. mit einer solchen Ehrfurcht über Menschwerdung, Passion, Tod und Auferstehung Christi, dass sich alle fragten, woher dieser einfache Bruder ein solches Wissen haben konnte. Ständig meditierte er die göttlichen Geheimnisse und führte ein strenges Ordensleben. In seinen fortgeschrittenen Jahren nannten ihn die Mitbrüder den „alten Heiligen“. Eine besondere Verehrung hegte er für den Schutzengel, dem er seine volle Zeiteinteilung anvertraute. Nach Berichten aus dem Seligsprechungsverfahren hatte er auch die Gabe der > Prophetie, der > Bilokation und der > Wunderheilung. Schließlich wurde ihm vier Jahre im Voraus der Tag seines Todes kundgetan. Er starb im Konvent von Gandia am 18. April 1602. An seinem Grab ereigneten sich viele Wunder, weshalb er am 22. Mai 1791 von Papst Pius VI. selig gesprochen wurde. Seine sterblichen Überreste finden sich in der Franziskanerkirche von Murcia.

Lit.: Annales Minorum seu trium Ordinum a S. Francisco institutorum / auctore Luca Waddingo Hiberno. Ed. 3. accuratissima auctior et emend. ad exemplar ed. Josephi Mariae Fonseca ab Ebora. Ad Claras Aquas (Quaracchi) prope Florentiam, 1933.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1