Anandamayi Ma, Sri

Anandamayi Ma, Sri (1896–1982), indische Mystikerin. Am 30.4.1896 als Nimala (Reine) Bhattachari und Tochter frommer Brahmanen in Kheora im Distrikt Comilla in Bangladesch geboren, besuchte sie mit fünf Jahren die Volksschule, doch zog sie fromme Gesänge den Büchern vor, wobei sie öfters das Bewusstsein verlor. Im Alter von 12 Jahren wurde sie mit Ramani Mohan Chakravarty verheiratet, aber ihre Trancezustände dauerten an, sodass sie mehr Guru als Frau ihres Mannes war, dem sie den Namen „Bholanath“ gab. Mit 18 Jahren zog sie sich in das Dorf Bajitpur in Ostbengalen zurück. Dort nahm sie während der fünf Jahre ihres Aufenthaltes spontan Yogasitze ein und sagte > Mantras auf. Mit 26 Jahren begann sie eine dreijährige Periode des Schweigens, nur unterbrochen von Gebärden. 1923 kehrte sie nach Hause zurück. Ihr Mann ließ sie von verschiedenen heiligen Männern und Exorzisten prüfen, die sie jedoch alle für spirituell hielten.
Mit 27 Jahren zeigte sie große Kenntnis in spirituellen Lehren und obwohl sie keine Ausbildung in den Schriften hatte, war es ihr ein Leichtes, mit Fachprofessoren zu diskutieren. Einer ihrer Anhänger, Hara Kumar, begann sie „Ma“ (Mutter) zu nennen und verehrte sie als Heilige. 1924 verzichtete der Parlamentarier Jyotish Chandra Roy auf sein weltliches Leben, wurde ihr Schüler und nannte sie „Anandamayi“ (Glückselige). 1924 ging A. M. mit Bholanath („Pitaji“ oder Vater genannt) nach Dehra Dun im Himalaja, wo sie einen > Aschram gründeten, von dem aus in ganz Indien weitere Aschrams mit Schulen und karitativen Einrichtungen entstanden. Als ihr Ruf auch im Ausland bekannt wurde, kamen Verehrer aus England, Deutschland, Frankreich und den USA. Sie selbst hat Indien nie verlassen. In den USA versammelten sich ihre Schüler unter Matri Satsang.

W.:  Sri Matri Vani. 2 Bde. Varnasi, Indien: Shree Shree Annandamayee Charitabe Society, 1977; Sad Vani. Calcutta, Indien: Shree Shree Annandamayee Charitabe Society, 1981; Leben der Hingabe. Heilbronn: Verl. Heilbronn, 21992; Leben und Weisheit der Glückseligen Mutter Anandamayi Mâ. Lohmar: Ed. Maitri, 1995.

Lit.: Matri satsang / Anandamayi, Ma. Stühlingen: Mangalam-Verlag Schang, 1985; Worte der Glückseligen Mutter Anandamayi Ma. Stegen-Eschbach bei Freiburg: Mangalam-Verlag Schang, 1986.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1