Amun

Amun, wörtl. „der Verborgene“, altägyptische Gottheit, der König aller Götter, weshalb er auch Amunresonther genannt wurde. In der griech.-röm. Literatur heißt er Ammon und wird dem griechischen > Zeus bzw. römischen > Jupiter gleichgesetzt. A. ist der Ehemann von > Mut sowie der Vater von > Chons und bildet mit ihnen ein göttliches Dreigestirn. Er ist der Gott der Weissagung, ein Orakelgott, der in den libyschen Oasen verehrt wurde. So suchten etwa Kroisos und Alexander der Große Rat in dem berühmten Orakel von Siwah, einer Oase westlich von Memphis. In der XII. Dynastie der Amenemhets wurde A. zum Reichsgott Ägyptens erklärt, dessen Rang er auch bis zur Spätzeit beibehielt. A. symbolisiert den Lebensodem und ist zudem für Fruchtbarkeit und Ackerbau zuständig ist. In späterer Zeit stieg A., dessen Schönheit „die Herzen fesselt“, zum Schöpfergott auf, da er die Welt durch die Macht seines Wortes erschuf. Er galt auch als Herr aller Länder, „Herr der Ewigkeit“, als Gott der Gerechtigkeit, des Mitleids und der Güte. Als Sonnengott war er der Erschaffer des Lichts.
Der große Amunhymnus auf einem Papyrus in Kairo wird in die XVIII. Dynastie vor der Regierung Echnatons datiert und beginnt mit den Worten: „Heil Dir, der Du in Frieden ruhst, Herr mit freudigem Herzen, mit mächtigen Erscheinungen.“
A.-Heiligtümer befinden sich vor allem in Theben, aber auch in Luxor und Karnak. > Ammoniten.

Lit.: Drury, Nevill: Lexikon des esoterischen Wissens. München: Droemer Knaur, 1988; Hunger, Herbert: Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Wien: Verlag Brüder Hollinek, 81988; Rachet, Guy: Lexikon des alten Ägypten. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1999.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1