Amphíon, Zethos

Amphíon und Zethos (griech.), Zwillingssöhne des > Zeus und der > Antiope die „thebanischen Dioskuren“. Kurz nach ihrer Geburt wurden sie auf Befehl des > Lykos im Kithairon ausgesetzt. Ein Hirte fand sie und zog sie auf. In Charakter und Lebensführung waren beide grundverschieden. Zethos war ein Sportler und Jäger, Amphion hingegen kannte nur seine Lyra, die ihm Hermes geschenkt hatte. Nach der Beseitigung von Lykos übernahmen A. und Z. die Herrschaft in Theben. Beim Mauerbau konnte Zethos seine physischen Kräfte einsetzen, während sich bei Amphion die Steine beim Klang seiner Lyra von selbst in die Mauer einfügten. Auf diese Weise wurden die beiden zum Symbol des beschaulichen und praktischen Lebens. Amphion heiratete Niobe und wurde von > Apollon getötet. Zethos heiratete wahrscheinlich Aëdon und wurde Vater von Itylos, den Aëdon versehentlich umbrachte. A. u. Z. wurden in Theben in einem Doppelgrab beigesetzt.

Lit.: Naumann, Johann Gottlieb: Amphion: Eine Oper / [von] Johann Leopold Neumann, in Musik gesetzt v. Naumann. Leipzig: Breitkopf, [um 1778];   Hunger, Herbert: Lexikon der griechischen und römischen Mythologie: mit Hinweisen auf das Fortwirken antiker Stoffe und Motive in der bildenden Kunst, Literatur und Musik des Abendlandes bis zur Gegenwart. 8., erw. Aufl. Wien: Verlag Brüder Hollinek, 1988.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1