Amphidromie

Amphidromie (griech. amphidrómia) ist das „Fest des zehnten Tages“, an dem sich in der antiken griechischen Familie entschied, ob das Kind von seinem Vater als rechtmäßig anerkannt wurde. Die Anerkennung erfolgte in einer Reinigungszeremonie, bei der das Kind mit Öl eingerieben und, vom Großvater gehalten, um das häusliche Feuer getragen wurde, währenddessen man es unter Gebeten mit reinigendem Wasser besprengte. Im Rahmen dieser Zeremonie erhielt das Neugeborene einen Namen und wurde einer bestimmten Anzahl von Personen, vornehmlich Verwandten und Freunden, vorgestellt. Die Unterwerfung des Kindes unter die väterliche Gewalt setzte demnach eine Entscheidung des Vaters voraus. Demzufolge handelte es sich im griechischen Recht um eine juristische Geburt. Mit einem Festessen endete die Zeremonie.

Lit.: Erdmann, Walter: Die Ehe im alten Griechenland. München: C. H. Beck, 1934.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1