Amort, Eusebius

Amort, Eusebius (1692–1775), Augustinerchorherr im Kloster Polling bei Weilheim, Deutschland. A. übernimmt in seinen philosophisch-theologischen Betrachtungen einerseits Ansätze der rationalistischen Philosophie, wie sie sich bei Descartes sowie im Leibniz-Wolffschen System finden, und versucht in der Annahme von angeborenen Ideen mit Hilfe der Vernunft die Wege der Weisheit Gottes vor- und nachzuzeichnen. Andererseits nimmt er historisch-kritische Argumentationen, wie er sie bei Le Courayer fand, in seine Arbeiten auf. In diesem Zusammenhang befasste er sich auch mit den sog. > Privatoffenbarungen und > Visionen. In seinem Buch De Revelationibus, Visionibus et Apparitionibus privatis regulae tutae (1744) stellt er 35 Regeln auf, um echte von falschen Offenbarungen, Visionen und Erscheinungen zu unterscheiden. Diese Methoden werden auch als Anfänge der Parapsychologie bezeichnet. Die Arbeiten von A. sollten vor allem der religiösen Echtheit und Vertiefung dienen, wie auch seine Arbeiten über Heiligenverehrung und Offenbarungen zeigen.

Lit.: Amort, Eusebius: Controversia de Revelationibus Agredanis explicata: cum Epicrisi ad ineptas earum Revelationum Vindicias. Editas à P. Didaco Gonzalez Mathéo, [et] à P. Landelino Mayr. Augustae Vind; Herbipoli, 1749; Amort, Eusèbe / De revelationibus, visionibus, et apparitionibus privatis regulae tutae ex scriptura, Conciliis, SS. Patribus explicatae, & exemplis illustratae a... Eusebio Amort collectae. Venetiis: J. Tybernimum, 1750; Amort, Eusebuis: Eusebii Amorts Gründliche Abhandlung von Anfruffung derer Heiligen: zu Trost, Stärckung und Aufmunterung aller gut-catholischen Gemüthern. Ulm: Gaum, 1755.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1