Ammonshörner

Ammonshörner, Bezeichnung des spiralförmig gewundenen „Seepferdfußes“ des zerebralen Hippocampus durch den französischen Chirurgen René-Jacques Croissant de Garengeot anstelle der 1732 erfolgten Benennung als Cornu arietis, Widderhorn, durch den dänischen Anatom Jacob Winslow in Paris. 1960 kehrten die Nomenklatur-Kommissionen dann wieder zum nüchternen „Pes hippocampi“ zurück.
Auf diese Weise kam der thebanische Schöpfer-, Heil- und Fruchtbarkeitsgott des altägyptischen Götterhimmels, > Amun (Ammon, Amon), auch in der Medizin zu Ehren. Wie bekannt, wurde Amun in klassischer Zeit in einer Landschaft weit westlich des Nils, inmitten der Libyschen Wüste, ein Standbild mit einem männlichen Körper errichtet, der einen Widderkopf mit langen und mächtigen geschwungenen Ammonshörnern trug.

Lit.: Croissant de Garengeot, René-Jacques: Traité des opérations de chirurgie. Paris: Huart, 1748.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1