Ammit, Ammam

Ammit oder Ammam, Dämonin der ägyptischen Unterwelt, die beim Totengericht die Seelen der nicht gerechtfertigten Toten verschlingt und sie dadurch dem zweiten und endgültigen Tod überantwortet. Dabei wird das Herz des Verstorbenen gegen eine Feder, Symbol von > Ma’at, der Göttin der Gerechtigkeit, aufgewogen. Nur wer frei von Schuld ist, kann in das jenseitige Reich eingehen. Der Schuldige wird hingegen von A., einem Mischwesen mit dem Kopf eines mähnetragenden Krokodils, dem Rumpf einer Raubkatze und dem Hinterteil eines Nilpferdes, das neben der Waage auf das Urteil lauert, verschlungen. Der Zweck der umfangreichen ägyptischen Jenseitsliteratur, die dem Toten als „Reiseführer“ durch das Leben nach dem Tod ins Grab gegeben wird, besteht gerade darin, diese Totenfresserin zu vermeiden.

Lit.:  Biedermann, Hans: Dämonen, Geister, dunkle Götter: Lexikon der furchterregenden mythischen Gestalten. Graz; Stuttgart: Leopold Stocker, 1989; Rachet, Guy: Lexikon des alten Ägypten. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1999.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1