Amerikanischer Transzendentalismus

Amerikanischer Transzendentalismus, philosophisch-poetische Strömung im Osten der USA im 19 Jh., die in erster Linie durch „ozeanisches“ All-Einheitsgefühl und universalistische Moral gekennzeichnet ist. Natur und Moral werden als zusammengehöriger Ausdruck der „Oversoul“, eines universellen göttlichen Prinzips, gesehen, das im Einzelnen wirksam ist. Die Idee von Makro- und Mikrokosmos wird nicht mehr im Sinne der Abbildung des Ersteren in Letzterem verstanden, sondern vermischt die beiden auf eine Weise, die nun gleichsam Gott und Natur im Menschen vereint. Der A. erwuchs auf dem religiösen Hintergrund des Calvinismus, gegen dessen Lehren von Erbsünde und Prädestination er vehement die freie und positive Entwicklungsfähigkeit des Menschen betont. Anstöße dazu empfing er von der Bewegung der Unitarier, die sich vom Calvinismus abgespalten hatten, weil sie die Göttlichkeit Jesu und die Lehre der Dreifaltigkeit ablehnten.

Lit.: Schulz, Dieter: Amerikanischer Transzendentalismus: Ralph Waldo Emerson, Henry David Thoreau, Margaret Fuller. – Darmstadt: Wiss. Buchges., 1997; Schlicht, Rüdiger C.: Die pädagogischen Ansätze amerikanischer Transzendentalisten: erziehungswissenschaftl. Studien zu Amos Bronson Alcott, Ralph Waldo Emerson u. Henry David Thoreau 1830–1840. – Frankfurt a. M.; Bern; LasVegas: Lang, 1977

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1