Amenti

Amenti (ägypt.) ist sowohl die Bezeichnung für „Westen“ als auch für das „Land der Toten“, das man ebenfalls in Richtung des Sonnenuntergangs lokalisierte. Nach Kap. 17 des Totenbuches begibt sich die Seele, die den mumifizierten Körper verlassen hat, in den „schönen Westen“, wo > Osiris mit dem Beinamen Chontamenti, „Herr des Westens“, regiert. Das Leben in A. wird unterschiedlich beschrieben. In einem Text drückt die Seele das Bedauern aus: „Der Westen ist eine Erde des Schlafs und der schweren Schatten“, das lebendige Wasser sei tot und es fehle die Brise des Nordens. In der Ptolemäerzeit war A. jedoch für den frommen Petosiris (ca. 300 v. Chr.), den Verwalter der Ibisgemeinschaft am Tempel von Hermopolis, der Wohnort der Gerechten, die ohne Sünde waren: „Glücklich der Mann, der dort ankommt!“ H. P. > Blavatsky baute diese Vorstellungen von Amenti dann in einer eigenen Diktion in ihre theosophische Kosmogenese ein.

Lit.: Blavatsky, H. P.: Kosmogenesis. A. Kosmische Evolution. Den Haag: J. J. Couveur, o. J. (Die Geheimlehre; 1); Rachet, Guy: Lexikon des alten Ägypten. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1999.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1