Amduat

Amduat („das, was in der Unterwelt ist“), von den Ägyptern „Die Schrift der Verborgenen Kammer“ genannt, ist das wichtigste Werk der ägyptischen Totenliteratur, das die Reise des Sonnengottes durch die 12 Bereiche der Unterwelt beschreibt, die mit den 12 Nachtstunden, nach dem Untergang der Sonne im Westen, gleichgesetzt werden. Ziel des Werkes ist es, Wissen zu erlangen. Jeder, der die geheimen Darstellungen des A. kennt, ist ein wohlausgestatteter > Ach, der die Unterwelt betreten und verlassen kann.
Vollständige Abschriften dieses frühesten Werkes, welches die oben genannte Reise beschreibt, finden sich im Grab von Thutmosis III. und Amenhotep II. aus der 18. Dynastie.
Bei den Königsgräbern (Tal der Könige) ist die Anordnung von Bedeutung. Im Grab von Ramses VI. ist beispielsweise das Pfortenbuch am Eingang zur oberen Ebene angebracht. Anschließend kommt das Höhlenbuch und am weitesten vom Eingang entfernt auf der unteren Ebene befindet sich das Buch von dem, was in der Unterwelt ist, das eigentliche A.
Neben der langen Version des A. gibt es auch eine kürzere ohne Abbildungen und Beischriften. In der Spätzeit wurde das A. für Privatleute und Sarkophage auf Papyri geschrieben.

Lit.: Schweizer, Andreas: Seelenführer durch den verborgenen Raum: das ägyptische Unterweltsbuch Amduat. Mit einem Vorw. von Erik Hornung. – München: Kösel, 1994.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1