Ambra

Ambra (arab. ambar), auch Amber, eine wohlriechende Essenz, der man große Heilkräfte, besonders eine Haupt, Magen und Herz stärkende Wirkung zusprach. Lange Zeit war man unsicher, ob die auf dem Meer schwimmende, aromatisch duftende Masse von Pflanzen oder Tieren stammte, bis sie als Erzeugnis des Pottwals erkannt wurde.
Vom grauen Amber (ambra grisea) unterschied man den hellgelben Amber (ambra citria), den > Bernstein.
Die ambra grisea, die graue Ambra, die aus den beutelartigen Anschwellungen des Unterleibs des Pottwals präpariert wird oder als Masse an der Meeresoberfläche schwimmt und in Australien, Indien, China , Nord- und Südamerika, Madagaskar und Arabien an Land gespült und eingesammelt wird, besteht aus hellbraunen bis graubraunen wachsartigen Klumpen. Die hellen und spröden Sorten werden wegen ihres feinen Geruchs bevorzugt. Die wachsartige Masse wird schon bei Körperwärme weich, löst sich in ätherische und fette Öle, heißen Alkohol und Äther auf. Ihr Hauptbestandteil ist das dem Cholesterin ähnliche Ambrain. Wie andere tierische Duftstoffe wirkt auch A. auf das menschliche Sexualdrüsensystem. Während Amber in früheren Jahren als Desinfektions- und Schutzmittel gegen Seuchen verwendet wurde, gilt er nun als wirksamer Duftstoff für die Aktivierung des Sexual-Chakras. Die klassische Parfümerie verwendet ihn heute als Fixierungsmittel, das verhindert, dass der Duft anderer Stoffe sich verflüchtigt.

Lit.: Zedlers Großes Universallexikon aller Wissenschaften und Künste, Bd. 1–64; Suppl. 1–4. Halle; Leipzig, 1732–1754, Bd. 1; Most, Georg Friedrich: [Enzyklopädie der gesamten Volksmedizin] Encyklopädie der gesammten Volksmedicin. Photomechan., um e. Einl. verm. Nachdr. d. 1843 bei F. A. Brockhaus in Leipzig ersch. Ausg. / Einl. Karl Frick u. Hans Biermann. Graz: ADEVA, 1973; Roberts, Marc: Das neue Lexikon der Esoterik. München: Goldmann, 1995.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1