Amalberga

Amalberga (Amalia) von Gent (8. Jh.), heilig (Fest: 10. Juli), Nonne und Mystikerin. Historisch gesichert ist, dass sie im 8. Jh. lebte und ihre sterblichen Überreste wohl 864 nach St. Peter in Gent überführt wurden, dem Zentrum des im 9. Jh. verbreiteten Kultes.
Nach der Überlieferung wurde A. als junges Mädchen von ihrer Tante Landrada, der Äbtissin von Münster-Bilsen, ausgebildet. Auf ihrem Besitz stiftete sie dann ein Kloster und trat dort als Nonne ein, wobei sie die Brautwerbung Karl Martells (688/689 - 741), nach einer anderen Überlieferung die des späteren Kaisers Karl des Großen, zurückwies. Beim Versuch, sie vom Altar wegzuziehen, habe ihr Verehrer ihr den Arm gebrochen. Ihr Leben ist zudem stark umrankt von Visionen und Wundern. So soll sie den Kaiser, der wegen seiner Grobheit mit Krankheit geschlagen wurde, geheilt haben. Auf ihre Fürbitte hin soll ein Brunnen entstanden sein, als sie Wasser in einem Sieb an einen trockenen Ort trug; zudem habe sie verhindert, dass Wildgänse in der Gegend Flurschaden anrichteten. Als sie starb, soll ihr Sarg, in einem Boot ohne Ruder fortschwimmend und von Fischen begleitet, gesehen worden sein.
Sicher ist jedenfalls ihr Bezug zu Tamisia-Tensche, Temst (Eigenkloster, Sterbeort) links der Schelde.
Dargestellt wird A. in fürstlichen Gewändern, als Nonne mit Palme, Buch, Sieb, Wildgänsen und Fischen. Sie gilt als Patronin der Bauern und Seeleute, bei Schiffbruch, gegen Arm- und Schulterschmerzen, Fieber, Quetschungen, Ernteschäden und Hagel.

Lit.: Werner, Matthias: Der Lütticher Raum in frühkarolingischer Zeit: Unters. zur Geschichte e. karoling. Stammlandschaft. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1979, S. 113-116; Schauber, Vera: Pattloch-Namenstagskalender. Dokumentation von Hanns Michael Schindler. Augsburg: Pattloch, 1994, S. 189-190.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1