Amadeus Johannes da Silva e Menezes

Amadeus Johannes da Silva e Menezes (1420–1482), selig (Fest: 1. November), Bruder der seligen Beatrix (1412–1490), Gründerin der Konzeptionistinnen; von portugiesischen Eltern 1420 in Ceuta (Marokko) geboren, wurde er mit 22 Jahren Hieronymitaner im Kloster von Guadalupe in Spanien. A. wollte jedoch Missionar werden, trat daher um 1454 in Italien in den Franziskanerorden (OFM) ein und wurde 1459 zum Priester geweiht. Von der Reformbewegung innerhalb des Ordens erfasst, gründete er eine eigene Kongregation innerhalb des OFM, die Amadeisten, die in Norditalien verbreitet waren und dann 1568 im Orden der Franziskaner aufgingen. 1472–1482 war er in Rom Beichtvater von Sixtus IV. Hier schrieb er die Nova Apocalypsis (über die Geheimnisse des Glaubens in Form eines Dialogs mit dem Erzengel Gabriel, nicht veröffentlicht). A. starb 1482 bei einem Besuch seiner Konvente in Mailand.
1794 wurde im kurfürstlichen Archiv in Düsseldorf eine Abschrift der Erklärung der Apokalypse mit dem Titel Aperietur in tempore gefunden, in der sich u. a. die Weissagung findet, dass aus dem Norden ein mächtiger Fürst kommen und sich Italiens Bündnisse und Macht auflösen würden. Nach langem Morden der Menschen würden Spanien, Italien und Frankreich schließlich unter einem großen Fürsten einig sein.

Lit.: Wadding, Luke: Annales Minorum seu Trium Ordinum a S. Francisco Institutorum 1208–1680. Quaracchi, 1931ff., Bd. 13, S. 410–417; Bd. 14, S. 360–374.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1