Alumbrados

Alumbrados (span.; aus dem Lat. auch als Illuminati, die Erleuchteten, bekannt). Bezeichnung für die vom Ende des 15. Jh.s bis zum 17. Jh. in Spanien lebenden Anhänger einer mystisch geprägten Frömmigkeit. Sie suchten die christliche Vollkommenheit durch innere Erleuchtung, ein Leben nach den evangelischen Räten in Demut und Liebe, durch Schriftlesung und besonders durch das innere Gebet (mentalis oratio) zu verwirklichen. Nach dem Erscheinen der spanischen Ausgabe des „Enchiridion“ von Erasmus von Rotterdam (1526) begannen sie sich mit den Erasmianern zu verschmelzen. Anfangs von der Kirche akzeptiert, wurden sie während der Reformationszeit sogar als Lutheraner bezeichnet, da sie die innere Erleuchtung durch den Heiligen Geist gegen die Institution ausspielten. Ignatius von Loyola und sein Orden standen ihnen misstrauisch gegenüber. Das Edikt von 1525 verurteilte 48 Sätze. Den Inquisitionsgerichten fielen etwa 130 Menschen zum Opfer. Ein Edikt von 1623 verurteilte 76 Sätze. Die den A. vorgeworfenen Irrtümer sind nur aus den Inquisitionsberichten bekannt, insbesondere jene der Gruppe von Toledo: Verneinung der sakramentalen Vermittlungsfunktion der Kirche; Ablehnung der kirchlichen Hierarchie; Überbetonung der persönlichen religiösen Erfahrung und der biblischen Auslegung; ekstatisches, passives Aufgehen in der Gottheit als einzigem Zugang zu ihr.
Die A. existierten in kleinen Kreisen weiter und verschmolzen schließlich mit anderen quietistischen Bewegungen.

Lit.: Llorca, Bernardino: Die spanische Inquisition und die „Alumbrados“ (1509-166) nach den Originalakten in Madrid und in anderen Archiven. Berlin; Bonn: Dümmler, 1934; Huerga, Alvaro: Historia de los Alumbrados. 5 Bde. Madrid: Fundación Univ. Española, 1978-1994.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1