Alphawellen

Alphawellen, auch Berger-Wellen, benannt nach Hans Berger (1873–1941), bezeichnen die Wellenform des normalen EEG (bei entspanntem Wachzustand, reizarmer Umgebung, reduzierter visueller Aufmerksamkeit); mit der Frequenz 8–13 Wellen/sec und Spannungshöhe 50–100 µV. Am klarsten treten sie vor dem Einschlafen (hypnagoge Phase) und beim Erwachen (hypnopompe Phase) bei völliger Passivität auf. In beiden Phasen ist die bewusste Kontrolle der psychischen Aktivität („Ego-Regression“) gemindert, was zu optischen und akustischen Sinneseindrücken führen kann. Bei intellektueller Aktivität werden die A. blockiert, während sie im Schlaf von den Deltawellen abgelöst werden.
Bei Experimenten fand Charles Honorton eine starke positive Korrelation zwischen den ASW-Treffern der Versuchpersonen und deren Grad an Alphawellen. Durch Meditation und Biofeedback können Alphawellen künstlich hervorgerufen werden, was man auch als Glücksborn bezeichnet. Doch sind die A. weder ein Maßstab für Frieden noch für Glückseligkeit, wenngleich sie bei Entspannung zunehmen und in diesem Zustand > ASW und kreative Einfälle zu begünstigen scheinen.

Lit.: Honorton, Charles: Psi and Internal Attention State. In: Handbook of Parapsychology. New York: Van Nostrand Reinhold, 1977, S. 435–472; Resch, Andreas: Veränderte Bewusstseinszustände. Träume, Trance, Ekstase. Innsbruck: Resch, 1990; Beyerstein, Barry: “Altered States of Consciousness”. In: The Encyclopedia of the Paranormal, edited by Gordon Stein. Buffalo, N. Y.: Prometheus Books, 1996.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1