Alphabetum Siracidis

Alphabetum Siracidis, lateinische Bezeichnung des sog. Othijoth ben Sira (Alphabet des Ben Sira, des angeblichen Verfassers des Buches Jesus Sirach), das in der hebräisch-jüdischen Bezeichnung Ben Sira heißt, während es die griechische Bibel Siracides nennt und die lateinische Liber Ecclesiasticus. Als Verfasser wird in Jesus Sirach 50, 27 und 51, 30 ein Weisheitslehrer namens „Jesus, Sohn Eleasars, des Sohnes Sirachs“ genannt. Doch ist dies sicher nicht der Verfasser des Alphabetum Siracidis, das aus dem 11. Jh. stammt und aus zwei Alphabeten von Sprüchen besteht, 22 in Aramäisch und 22 in Hebräisch, die mit Kommentaren und Legenden versehen sind, wozu auch die Erzählung von > Lilith, „Adams erster Frau“, gehört, die nach der früheren sumerisch-babylonischen Legende, datiert auf 3500 v. Chr., eine geflügelte Dämonin war, welche Kinder tötete und Frauen bei der Geburt bedrohte. Goethe griff das Thema der Lilith im Faust auf.

Lit.: Steinschneider, Moritz (Hg.): Alphabetum Siracidis utrumque, cum expositione antiqua (narrationes et fabulas continente). Berolini, 1858.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1