Alpert, Richard

Alpert, Richard (*1931) wurde in den 1960er-Jahren zu einer schillernden Gestalt der psychedelischen Revolution. 1957 promovierte er an der Stanford Universität zum Dr. phil. in Psychologie und lehrte daraufhin in Stanford, an der Universität von Kalifornien in Berkeley sowie an der Harvard Universität, von wo er zusammen mit seinem Freund Timothy Leary wegen Experimenten mit Psilocybin entlassen wurde. Dank großzügiger finanzieller Unterstützung für weitreichende Experimente zur Verbreitung von LSD als Droge zum Hervorrufen veränderter Bewusstseinszustände wurde er zum Mitinitiator der sog. psychedelischen Revolution. In der Verbreitung der Auffassung, dass mystische Erfahrung durch Drogen hervorgerufen werden könne, ließen Alpert und Leary den in Aldous Huxleys Buch The Doors of Perception (1954; Die Pforten der Wahrnehmung) verkündeten sakralen Gebrauch der > Peyote durch nordamerikanische Indianer wieder aufleben und propagierten die > psychedelischen Drogen jenseits jeder kulturellen Einbettung als mystische Erlebniselixiere. Als im Verlauf von Alperts Studien in Indien ein Guru im Himalaja eine Überdosis seiner Droge zu sich nahm, ohne Wirkung zu zeigen, war A. überzeugt, einen Guru gefunden zu haben, der die durch LSD hervorgerufenen Bewusstseinserweiterungen ohne Droge erreichte. Er bekannte sich forthin zum > Raja-Yoga und nannte sich „Baba Ram Dass“. 1969 verließ A. die Welt der psychedelischen Drogen, lehrte nunmehr Raja-Yoga am Esalen Institut in San Francisco, unterrichtete an der Menninger Foundation in Kansas sowie an vielen anderen Orten und trat fortan mit demselben Enthusiasmus für die hinduistische Mystik ein wie früher für die Drogen.

W.: Alles Leben ist Tanz: Gespräche bei d. Menninger Foundation, Topeka, Kansas, 1970 u. am Spring Grove Hospital, Spring Grove, Maryland, 1972. Übers. von Schiva Luetjohann. Berlin: Schickler, 1976; Schrot für die Mühle: Vorträge über den Dharma. In Zusammenarb. mit Stephen Levine. Aus dem Amerikan. von Stewart Coltman. Berlin: Sadhana-Verl., 1995; Das kleine Buch fürs Wesentliche: Weisungen für ein spirituelles Leben. München: Knaur, 2004.
Lit.: Leary, Timothy Francis: Psychedelische Erfahrungen: ein Handbuch nach Weisungen d. Tibetan. Totenbuches. Autoris. Übers. durch Ursula von Mangoldt. Weilheim/Obb.: O. W. Barth, 1971; Huxley, Aldous: Die Pforten der Wahrnehmung. München; Zürich: Piper, 1996.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1