Alpenveilchen

Alpenveilchen (Cyclamen europaeum L.), ein häufig in den Alpen und Voralpen vorkommendes, schon bei Plinius (Plinius, XXV, 115) und > Dioskurides (Dioskurides, II, 164) erwähntes Schlüsselblumengewächs, deren Verwendung als Heilpflanze in verschiedenen Namen anklingt, wie z. B. in Kelnwurzel, da sie gegen die Kehlsucht der Pferde hilft, in Lebakrut, da sie als homöopathisches Lebermittel dient, in Gichtapfel und Kreuzwehkraut. Das A. wurde aber auch als Lauswurz, also vermutlich als Antiparasiticum benutzt und vor allem auch als > Aphrodisiakum für Stiere und Hirsche, was man noch in den Namen Stierl und Hirschbrunst erkennen kann.
Das A. mit dem antiken Namen Kyklaminos, wörtl. „Schweinebrot“ (Cyclamen hederifolium AITON, syn. Cyclamen neapolitanum TEN., Cyclamen linearifolium DC.), ist eine der Heilpflanzen aus dem kolchischen Garten der > Hekate. Es wächst in Laubwäldern der tieferen Lagen des Südwestjura, der Nord- und Südalpen, in den Karpaten und im Mittelmeergebiet. Wegen der blutroten Färbung des Inneren ist das A. auch eine Marienblume (Mariens vor Schmerz blutendes Herz), nach der Weissagung des Simeon (Lk 2, 35).

Lit.: Plinius, C. Secundus: Naturalis historiae libri XXXVII. Hg. v. Lud. Jan und Carol. Mayhoff. Lipsiae 1892-1898; Dioskurides: Pedanii Dioscuridis Anazarbei de materia medica libri V ed. M. Wellmann. 3 voll., Berolini, 1907-1914. Dt. Übersetzung von J. Berendes. Stuttgart, 1902; Marzell, Heinrich: Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen, Bd. 1. Leipzig: Hirzel, 1943; Müller-Ebeling, Claudia u. a.: Hexenmedizin. Aarau, CH: AT, ²1999.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1