Almaqah

Almaqah. Der Almaqah-Tempel von Bar’an, im Volksmund „Thron der Bilqis“, ist ein ländliches Heiligtum inmitten von Feldern der Südoase Marib im Jemen. 1951 begann der Amerikaner Wendell Philipps, den verschütteten Tempel des Mondgottes Almaqah freizulegen, doch Argwohn und Morddrohungen beendeten seine Arbeit abrupt und so sind jetzt nur noch Säulen und die Umrisse der Mauern zu erkennen. Der sog. „Thron der Bilqis“ ist heute Nationalsymbol. Neueste Grabungen des Deutschen Archäologischen Instituts im Jemen weisen nun die sabäische Kultur bereits im 10. Jahrhundert vor Christus nach - genau zu der Zeit, als Königin Saba König Salomo besuchte.
Oberster der himmlischen Wesen im südarabischen Reich Saba war der stierköpfige Mond- und Reichsgott Almaqah. Seine Hörner waren ein Abbild der Mondsichel. Die Angehörigen des Stammes Saba nannten sich „Kinder Almaqahs“. Seine Symbolzeichen sind Blitzbündel und eine an ein leicht gebogenes S erinnernde Waffe. In einigen Texten wird A. als Herr der Steinböcke bezeichnet, weshalb die Sabäer auch im Kopfschmuck des Steinbocks das Zeichen Almaqahs sahen. Zudem erzählen Inschriften, das gottgleiche Wesen sei in speziellen Gehegen untergebracht. Die Jagd auf den Steinbock war für die Könige eine heilige Pflicht. Es war ein Fruchtbarkeitsritual für den jährlichen Regen. Die Einheimischen weihten ihrem verehrten Gott prunkvolle Kultstätten.

Lit.: Grabini, G.: Il dio sabeo Almaqah. Rivista degli studi orientali 48 (1973-1974); Wissmann, Hermann von: Das Großreich der Sabäer bis zu seinem Ende im frühen 4. Jh. v. Chr. Wien: Verl. d. Österr. Akad. d. Wissenschaften, 1982.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1