Alkmene

Alkmene, auch Tirynthia, „Frau aus Tiryns“, nach der Stadt Tiryns (Ovid: Metamorphosen, VI, 112), ist die Tochter der Anaxo und des Elektryon, König von Mykene. Nach Hesiod war sie eine Geliebte des Zeus: „Alkmene gebar den starken Herakles, mit Zeus, dem Wolkenversammler, in Liebe vereint“. (Theogonie, 943–944)
Ehemann der A. soll ihr Onkel Amphitryón geworden sein, der versehentlich ihren Vater tötete, sodass beide nach Theben flüchten mussten. Zeus näherte sich A., als Amphitryón auszog, um ihre Brüder zu rächen, die von den Söhnen des Pterelaos getötet worden waren. Nach neun Monaten gebar A. zwei Knaben, > Herakles, der von Zeus stammte, und Iphikles, den Sohn des Amphitryón, von dem sie auch noch einen weiteren Sohn, den Polyphem, hatte. Dieser kämpfte gegen die Kentauren und nahm an der Fahrt der > Argonauten teil.
A. wurde in Theben, Attika und Megara kultisch verehrt. Ihr Schicksal besangen Aischylos und Euripides, doch gelten die Tragödien beider als verschollen. Auch Heinrich Kleist befasste sich mit dem Thema.

Lit.: Klebe, Giselher: Alkmene: Oper in drei Akten; op. 36; [Textbuch]. Libretto nach Heinrich von Kleist. Berlin; Wiesbaden: Bote u. Bock, 1961; Hesiodus: Theogonie. Hrsg., übers. und erl. von Karl Albert. Sankt Augustin: Academia-Verl., 2005.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1