Aldenhoven

Aldenhoven. Als sich der Bauer Dietrich Mülfahrt aus Aldenhofen in Deutschland im Mai 1654 auf der Vogeljagd befand, entdeckte er in der Höhlung eines Lindenbaums nahe der Pfarrkirche ein Bild der Mutter Gottes. Dieses war etwa 11 cm hoch und stellte Maria „umgeben von einem Strahlenkranz“ dar; in ihrer Rechten hielt sie ein Zepter, links das Jesuskind im Arm. Sowohl Maria als auch das Jesuskind trugen Kronen auf ihren Häuptern. Die Marienstatue soll aus einer Antwerpener Schnitzschule stammen und etwa im 14. Jh. entstanden sein.
Dietrich Mülfahrt holte daraufhin seine Freunde Johann Gatzweiler und Martin Lennartz. Die drei sahen in der Statue ein „Zeichen des Himmels“ und hielten fortan jeden Abend eine Andacht beim Marienbild im Lindenbaum. Eines Abends sahen sie ein „wunderbares Leuchten, als ob Kerzen gebrannt hätten“. Dies veranlasste sie, an der Stelle des Lichtscheins ein „Heiligenhäuschen“ zu errichten und das Bildnis hineinzustellen. Als der Zustrom der Pilger immer größer wurde, baute der Herzog von Jülich im Jahre 1659 eine Gnadenkapelle, die jener von Altötting nachgestaltet ist.

Lit.: Bers, Günter: Das miraculoess Mariae Bildlein zu Aldenhoven: Geschichte e. rhein. Wallfahrt 1655-1985. Köln: Gondrom, 1986.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1