Alcyon

Alcyon (griech.), auch Alkyon, Alcyoneus, einer der tapfersten > Giganten aus dem von der > Gaia gezeugten Riesengeschlecht. Als er beim Kampf der Giganten gegen die olympischen Götter die himmlische Götterwohnung zu stürmen versuchte, wurde er von > Herakles mit dem Pfeil verwundet und stürzte auf die Erde herab. Dabei gewann er durch die Berührung mit seiner Mutter neue Kraft und ging von neuem gegen die Götter vor. Herakles traf ihn wieder mit dem Pfeil, packte ihn aber auf Anraten der > Athene gleich nach dem erneuten Sturz, zog ihn aus seiner Heimatstadt heraus und entzog ihm so die Quelle der Kraft.
Bevor A. jedoch sein Leben ließ, zeugte er noch eine Reihe von Töchtern, die sich aus Trauer über den Tod des Vaters vom kanasträischen Vorgebirge ins Meer stürzten. > Amphitrite rettete ihnen aber das Leben und verwandelte sie in Vögel, die nach ihrem Vater Alcyones (Eisvögel bzw. Alken) genannt wurden.
Ein anderer Alcyoneus, ebenfalls ein Riese, griff Herakles an, als dieser die Rinder des Geryon über den Isthmus von Korinth trieb, zerstörte 12 Wagen und tötete 24 Leute seiner Karawane. Als er Herakles mit einem Steinwurf zu Tode bringen wollte, schlug dieser das Geschoß mit seiner Keule zurück und traf den Angreifer tödlich.

Lit.: Lukianos, Samosatensis: Lukianu Alkyon, e peri metamorphoseos. Prometheus e Kaukasos. Alcyon sive de transformatione. Prometheus sive Caucasus. Paris, 1540.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1