Albumasar

Albumasar (ca. 805-885), auch Aboazar, Abumassar, Alboassar, Albumazar, Apomazor, der lat. Name von Abu Maschar Dschafar. Wurde ca. 805 in Balkh, Khorassan (heute Afghanistan), geboren, wo er an der Sternwarte und Astrologenschule Schüler von > Al-Kindi war. Als er seinen Lehrer ermorden wollte, prophezeite ihm dieser, er werde einer der größten Astrologen werden, doch müsse er zuvor sein Vorhaben aufgeben.
Neben Arbeiten auf dem Gebiet der Traumdeutung (Apotelesmata) befasste sich A. insbesondere mit astrologischen Themen und galt bald als der berühmteste arabische Astrologe, weshalb er zum Leiter der 777 in Bagdad gegründeten Astrologenschule berufen wurde. Diese Schule griff auf alle in griechischer, syrischer, persischer und indischer Sprache geschriebenen Werke zurück und übersetzte viele davon - z. B. Ptolemäus – in das Arabische. Aus dem Arabischen wurden sie dann von westlichen Gelehrten in das Lateinische übertragen.
Als Astrologe wurde A. vor allem durch seine Theorie bekannt, dass die Erschaffung der Welt während einer Konjunktion aller 7 Planeten im 1. Grad des Widders stattgefunden habe und dass diese in der Konjunktion aller Planeten im letzten Grad der Fische zu Ende gehen werde. Zudem vertrat er die Ansicht, dass die verschiedenen Wissenschaftssysteme der Völker letztlich auf eine einzige Offenbarung zurückzuführen seien, deren Emanationen sie wären. Als Philosoph vertrat er einen durch die orientalische Überlieferung geprägten neuplatonischen Aristotelismus und kam so zu einem eklektischen Weltsystem, das drei Seinsweisen - das Göttliche, das Ätherische und das Stoffliche - unterscheidet. Bei der Erstellung der astronomischen Tabellen verwendete er die persischen Jahresberechnungen und betonte, dass diese die jüdische Zeitrechnung nicht beachten würden.
Zu seinen Hauptwerken gehören: De Magnis Conjunctionibus, Introductorium in Astronomiam und Flores Astrologici. Er starb 885 in Wasit im Irak. (Die in der Encycl. Britannica angegebenen Lebensdaten - geboren am 10. August 787, gestorben am 9. März 886 - konnten nicht bestätigt werden.)

W.: Flores astrologiae. Augsburg: Erhard Ratdolt, 1488; Abu-Masar Gafar Ibn-Muhammad: Introductorium in astronomiam Albumasaris Abalachi octo continens libros partiales / Hermannus Dalmata [Übers.]. Augsburg: Erhard Ratdolt, 1489; Albumasar de magnis coniunctionibus: annorum revolutionibus: ac eorum profectionibus: octo continens tractatus / [magistri iohannis angeli ... correctione]. Augsburg: Erhard Ratdolt, 1489; The Arabic original. Leiden [u. a.]: Brill, 2000.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1