Albertus Magnus

Albertus Magnus, Albert Graf von Bollstädt, heilig (16.12.1931, Fest: 15. Nov.), 1931 Kirchenlehrer, geb. wahrscheinlich 1193 in Lauingen (Schwaben / D), wurde 1223 in Padua Dominikaner, theologische Ausbildung in Köln. In diesem Zusammenhang wird berichtet, dass er das Studium der Philosophie als so schwierig empfand, dass er mit dem Gedanken spielte, sein Ordensleben aufzugeben. In dieser Situation habe ihm Maria in einer Schau ihre Hilfe zugesagt, woraufhin er als Dank mehrere einzigartige Werke über Maria verfasste.
Nach kurzer Zeit lehrte er bereits im Orden, was die früheste Schrift De natura boni bezeugt (1236/37). 1245 erwarb er in Paris den Magister der Theologie. Zu dieser Zeit kam auch Thomas von Aquin nach Paris und A. schrieb seine ersten theologischen Traktate und den Sentenzenkommentar. 1248 ging er - um ein „Studium generale“ seines Ordens einzuführen - nach Köln, das bis zur Gründung der Prager Karls-Universität das wichtigste deutschsprachige Zentrum des geistigen Lebens blieb. Hier lehrte er bis 1254 und verfasste eine Reihe von Kommentaren zu allen damals vorliegenden Büchern des Aristoteles. Unter seinen Schülern befanden sich auch Thomas von Aquin und Ulrich von Straßburg. 1254-57 war er Provinzial der deutschen Ordensprovinz. Von 1257-60 lehrte er wiederum in Köln. 1260-62 war er Bischof von Regensburg und 1263/64 predigte er im Auftrag Urbans IV. in Deutschland und Böhmen den Kreuzzug. Von etwa 1270 bis zu seinem Tod am 15.11.1280 lebte A. in Köln wo er neben seiner wissenschaftlichen Arbeit oft als Friedensstifter hervortrat. Wegen seines großes Wissens als Philosoph, Theologe und Naturforscher wurde er schon zu Lebzeiten „doctor universalis“ genannt und seit dem 14. Jh. mit dem Titel „Magnus“ belegt. 1931 wurde A. heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer erhoben.
Seine eigentliche Leistung liegt nicht primär in der Theologie, sondern vielmehr in der Philosophie und den Naturwissenschaften. Er kannte nicht nur das Wissen seiner Zeit, sondern gab dieses auch weiter, wobei er für die methodische Selbständigkeit der Philosophie eintrat, weshalb sein Werk offen für vielfältige Anregungen aristotelischer, neuplatonischer und arabischer Provenienz ist. Auch in der Geschichte der Biologie und Botanik nimmt A. einen entscheidenden Platz ein. In der Tat hat ihn von den Theologen und Philosophen des Mittelalters keiner an Belesenheit und Fülle des Wissens überragt (Herzog-Hauck, Bd. 1, 291).
Dieses Wissen ist von zahlreichen Legenden umwoben, in welchen A. als kunstreicher Magier auftritt und als Erbauer eines „künstlichen Menschen“ bezeichnet wird. A. verfasste eine große Anzahl von Büchern, von denen folgende zu den Hauptwerken zählen: De natura boni (1236/37), Summa de creaturis (nach 1240), Liber de quinque universalibus (nach 1254), De unitate intellectus contra Averroem (1260), Metaphysica (zwischen 1262 u. 1270), De causis et processus universitatis (vor 1270), Summa theologiae (nach 1270).
Seit 1951 erscheint unter der Leitung des Albertus Magnus-Instituts in Bonn eine kritische Ausgabe in 40 Bänden, von denen bisher 16 herauskamen. In diesem Gesamtverzeichnis fehlen die folgenden Bücher, da sie A. fälschlicherweise zugeschrieben werden: „Liber secretorum Alberti Magni de virtutis herbarum“, „Historia naturalis“, „De rebus metallicis et mineralibus“, „De secretis mulierum“. Hierin wird u. a. die Ansicht vertreten, dass jeder der Planeten einen Monat lang das Kind im Mutterleib regiere und für Missbildungen ungünstige Konstellationen verantwortlich seien. Auch die Traktate „Compositum de compositis“ und „Libellus de Alchemia“ stammen nicht von Albert. So sagt > Trithemius, dass dieser „frömmste aller heiligen Männer“ sich in der magia naturalis wohl ausgekannt, sie jedoch niemals aktiv ausgeübt habe. (Biedermann, 31)

W.: Alberti Magni Opera Omnia (Editio Coloniensis) ,1951ff.
Lit.: Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche / Begr. von J. J. Herzog. Unter Mitwirkung vieler Theologen u. anderer Gelehrten hrsg. von Albert Hauck. Leipzig: Hinrichs. 1896-1913. Ndr. Graz 1969-1971; Biedermann, Hans: Handlexikon der magischen Künste: von d. Spätantike bis zum 19. Jahrhundert. Bd. 1: A-K. 3., verb. u. wesentl. verm. Aufl. Graz: Akad. Druck- u. Verl.-Anst., 1986; Albertus Magnus: zum Gedenken nach 800 Jahren: neue Zugänge, Aspekte und Perspektiven / hrsg. im Auftr. der Dominikanerprovinz Teutonia durch Walter Senner unter Mitarb. von Henryk Anzulewicz. Berlin: Akad.-Verl., 2001.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1