Al-Uzza

Al-Uzza (arab., „die Mächtige“), eine Gottheit aus vorislamischer Zeit, deren Heiligtum Suquam sich bei Mekka befand, wo sie in der Gestalt eines schwarzen Steines verehrt wurde. Man huldigte ihr als einer der drei Schicksalsgöttinnen, die beiden anderen waren > Manat und > al-Lat. Der Prophet Muhammad, dessen Stamm diese Göttin besonders verehrte, soll selbst ihren schwarzen Stein in die Kaaba gegeben haben. Bis sich der Islam durchsetzte, versahen Priesterinnen ihren Kult. Aber auch später nannten sich die Wächter der Kaaba noch „Söhne der Alten Frau“.
Im Koran werden die drei Göttinnen in Sure 53,19–23 genannt. Al-Uzzas Anrufung als Fürsprecherin bei Allah wurde von Muhammad einige Zeit erlaubt, später jedoch als Götzenverehrung verboten. Nach der Eroberung Mekkas ließ er das Heiligtum der al-Uzza, in dem sich einigen Überlieferungen zufolge auch ein Orakel befunden haben soll, zerstören.

Lit.: Suwâ' und al-'Uzzâ und die altjemenischen Inschriften / Eduard Glaser. München: Lukaschik in Komm., 1905; The Encyclopaedia of Islam / vol. 10. Ta' - al-Uzza / 2000.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1