Akasha

Akasha (sanskr.), auch Akascha, Akasa und Akaça, das Alldurchdringende, der > Äther, das feinste der fünf Elemente; eine Substanz, von der man annimmt, dass sie das ganze Universum erfüllt und der besondere Träger des Lebens und des Klanges ist.
Im Buddhismus hingegen wird A. nicht als substantieller „Äther“, sondern als Raum verstanden, bei dem zwei Arten unterschieden werden: der durch die Körperlichkeit begrenzte (> skandha) und der unbegrenzte Raum (> dhatu). Letzterer ist ohne jede Substanz, das Leere, das keine Vermischung mit materiellen Dingen eingeht, unwandelbar, unvergänglich und jenseits aller Beschreibung.
In der Yogatattva-Upanishad mit ihrer Physiologie der fünf Teile des Körpers, die den fünf kosmischen Elementen (Erde, Wasser, Feuer, Wind und Äther) gleichzusetzen sind, reicht die Region des A. (Äther, kosmischer Raum), der der Buchstabe k entspricht, von der Mitte zwischen den Augenbrauen bis zum höchsten Punkt des Kopfes. Mittels dieser Konzentration (> dharana) erwirbt man das Vermögen, durch die Luft zu fliegen (Eliade, 139).
In der Lehre der Jainas (> Jainismus), ist A. die leblose Raumsubstanz. Alles, was sich im Raum bewegt, ist abhängig von dieser Substanz, weshalb dem Leser in der A. zeitübergreifende Informationen zuteil werden. Diese Vorstellung wurde später von > Theosophie und > Anthroposophie aufgegriffen. > Akasha-Chronik.

Lit.: Thumb, Albert: Handbuch des Sanskrit. 2. Aufl. Heidelberg: Carl Winter, Bd. 1 (1930), Bd. 2 (1953); Eliade, Mircea: Yoga. Zürich: Rascher, 1960; Guiley, Rosemary Ellen: Harper’s Encyclopedia of Mystical & Paranormal Experience. San Francisco: Harper, 1991; Shepard, Leslie A. (Hg.): Encyclopedia of Occultism & Parapsychology. Detroit: Gale Research Inc., 31991.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1