Ajello, Helena

Ajello, Helena (1895-1961). > Stigmatisierte, Gründerin der „Kleinen Schwestern vom Leiden Christi“. Geb. am 4.10.1895 in Montalto Uffugo (Cosenza), Italien, besuchte sie die Schule der Schwestern vom Kostbaren Blut und hatte im 12. Lebensjahr neun Monate lang Lach- und Hustenkrämpfe. Mit 22 Jahren trat nach einer leichten Verletzung am Arm eine Schwellung und Lähmung des Armes auf. Im August 1920 trat sie in Nocera dei Pagani (Salerno) in das Institut der Schwestern vom Kostbaren Blut ein, wurde jedoch wegen einer schweren Krankheit nicht zur Einkleidung zugelassen und kehrte daher neun Monate später nach Hause zurück, wo sie noch zwei Jahre an der Krankheit litt. Auf eine Vision folgte plötzlich die Heilung. Am 2.3.1923, dem ersten Freitag des Monats, kam es nach Kreuzigungsvisionen zu einem Erregungszustand, Kopfschmerzen und Blutaustritt aus Haut, Stirn, Seite, Handflächen und Kniegegend. Während im Übrigen eine Analgesie des ganzen Körpers einsetzte, waren die blutenden Stellen hyperalgetisch. Die Blutungen wiederholten sich auch in den folgenden Jahren bis zu ihrem Tod, und zwar nur in den Nachmittagsstunden der Freitage von Advent bis Karfreitag. Während der Blutungen waren Exophthalmus, Mydriasis und Pupillenstarre festzustellen. Geruchsreize wurden nicht, Gehörreize beschränkt und Personen der Umgebung nicht wahrgenommen. Am 29.1.1928 gründete sie die Gemeinschaft der Schwestern vom Leiden Christi. In ihren > Visionen vernahm sie verschiedene Botschaften, die sie u. a. veranlassten, Mussolini vor dem Eintritt in den Krieg zu warnen. A. starb am 19.6.1961 in Rom und wurde zwei Tage später nach Cosenza überführt und in der Kappelle des Generalatshauses der Schwestern vom Leiden Christi beerdigt. Sie war 40 Jahre hindurch stigmatisiert.

Lit.: Bianchi, V.: Sudo sanguigno e stigmate religiose. Rivista psicologica 22 (1926) 1 e Arch. Atropol. Crim. 46 (1926) 1926; Ergreifende Rufe Gottes an die moderne Welt. Wiesbaden: Credo Verlag. 1957/58/60; Spadafora, F.: Suor Elena Ajello, la monaca santa. Roma 1964.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1