© Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch (Redemptorist)                                                  Index   A - Z
Band 1

Aja Ekapâd (sanskr., „der einfüßige Ziegenbock“). Vedischer Gott, dessen genaue Funktion im Dunkeln liegt. Im > Rigveda wird er nur sechsmal genannt, meist gemeinsam mit Ahi Budhnya, einer Luftgottheit, oder auch in Verbindung mit ungeheuren Fluten bzw. dem Ozean. Nach dem > Atharvaveda soll er die beiden Welten gesichert haben. In späterer Zeit wird er mit der Sonne gleichgesetzt und als > Agni in der Form eines Blitzes verstanden.

Lit.: Bowker, John (Hg.): Das Oxford-Lexikon der Weltreligionen. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1999.

Ajapa-Mantra (sanskr.) Unfreiwillige Wiederholung eines > Mantras, einer heiligen Formel, die sich mit jedem Ein- und Ausatmen wiederholt. Nach dem > Hatha-Yoga muss jedes Geschöpf einen Mantra beim Ein- und Ausatmen wiederholen, und zwar entweder seham: „Er bin ich“ oder hamsa: „Ich bin Er“.

Lit.: Bruns, Wolfgang: Der Einfluss des Hatha-Yoga sowie ausgewählter Atemübungen auf die Kraftwahrnehmung Darmstadt: DDD, Dr. und Verl., 1997; Eliade, Mircea: Yoga: Unsterblichkeit und Freiheit. Zürich; Stuttgart: Rascher Verlag, 1960.

Ajativada (sanskr., „Die Lehre vom Nichtentstehen“). Nach dieser Lehre, die auf den indischen Philosophen Gaudapâda zurückgeht, gibt es keine Geburt und auch keine Zerstörung, alles ist Illusion, > Maya. Alle sinnlich erfahrbaren Dinge in dieser Welt sind bloße Traumbilder. Wirklich und unveränderlich ist nur das Bewusstsein, > Vijñana > Brahman oder > Atman.

Lit.: Gaudapada: Das Stillhalten der Fackel. 2., verb. Aufl. Bremen: E. Richter, 1985.

Ajello, Helena (1895-1961). > Stigmatisierte, Gründerin der „Kleinen Schwestern vom Leiden Christi“. Geb. am 4.10.1895 in Montalto Uffugo (Cosenza), Italien, besuchte sie die Schule der Schwestern vom Kostbaren Blut und hatte im 12. Lebensjahr neun Monate lang Lach- und Hustenkrämpfe. Mit 22 Jahren trat nach einer leichten Verletzung am Arm eine Schwellung und Lähmung des Armes auf. Im August 1920 trat sie in Nocera dei Pagani (Salerno) in das Institut der Schwestern vom Kostbaren Blut ein, wurde jedoch wegen einer schweren Krankheit nicht zur Einkleidung zugelassen und kehrte daher neun Monate später nach Hause zurück, wo sie noch zwei Jahre an der Krankheit litt. Auf eine Vision folgte plötzlich die Heilung. Am 2.3.1923, dem ersten Freitag des Monats, kam es nach Kreuzigungsvisionen zu einem Erregungszustand, Kopfschmerzen und Blutaustritt aus Haut, Stirn, Seite, Handflächen und Kniegegend. Während im Übrigen eine Analgesie des ganzen Körpers einsetzte, waren die blutenden Stellen hyperalgetisch. Die Blutungen wiederholten sich auch in den folgenden Jahren bis zu ihrem Tod, und zwar nur in den Nachmittagsstunden der Freitage von Advent bis Karfreitag. Während der Blutungen waren Exophthalmus, Mydriasis und Pupillenstarre festzustellen. Geruchsreize wurden nicht, Gehörreize beschränkt und Personen der Umgebung nicht wahrgenommen. Am 29.1.1928 gründete sie die Gemeinschaft der Schwestern vom Leiden Christi. In ihren > Visionen vernahm sie verschiedene Botschaften, die sie u. a. veranlassten, Mussolini vor dem Eintritt in den Krieg zu warnen. A. starb am 19.6.1961 in Rom und wurde zwei Tage später nach Cosenza überführt und in der Kappelle des Generalatshauses der Schwestern vom Leiden Christi beerdigt. Sie war 40 Jahre hindurch stigmatisiert.

Lit.: Bianchi, V.: Sudo sanguigno e stigmate religiose. Rivista psicologica 22 (1926) 1 e Arch. Atropol. Crim. 46 (1926) 1926; Ergreifende Rufe Gottes an die moderne Welt. Wiesbaden: Credo Verlag. 1957/58/60; Spadafora, F.: Suor Elena Ajello, la monaca santa. Roma 1964.

Ajitz (spr. Ahitz). Zauberer der Quiché-Indianer von Guatemala. Der A. hat seine Macht nicht vom Teufel, sondern aus „Zauberbüchern“, die von einigen dieser Zauberer auch „Bücher der Juden“ genannt werden.

Lit.: Drury, Nevill: Lexikon des esoterischen Wissens. München: Droemer Knaur, 1988.

Ajiva (sanskr., "leblos"). Bezeichnung im > Jainismus für den Bereich der unbelebten und unbewussten Welt, der mit der belebten Welt, d. h. der empfindenden Seele, > Jîva, das Sein aller existierenden Dinge darstellt. Im Jainismus gibt es 5 Kategorien des Ajiva: 1) Pudgala, Materie, die aus unzerstörbaren Atomen besteht; 2) Dharmadravya, das Prinzip der Bewegung; 3) Adarmadravya, das Prinzip der Ruhe; 4) Akasa, Raum; 5) Kala, Zeit, die zusammen mit dem Raum besteht. Der A. hält den Jiva in Fesseln. Ziel des Jainismus ist die Befreiung der Jivas, die in karmische Materie verstrickt sind.

Lit.: Glasenapp, Helmuth von: Der Jainismus. Reprograf. Nachdr. d. Ausg. Berlin 1925. Hildesheim: Olms, 1964.

Ajivika > Maskarin (Makkhali).

Ajna-Chakra. Das 6. > Chakra, das seinen Sitz in der Mitte der Stirn zwischen den Augenbrauen hat. In westlichen esoterischen Systemen wird dieses Chakra häufig auch als > Drittes Auge bezeichnet. Dieser Punkt wird als Sitz des Bewusstseins und Zentrum der Konzentration angenommen. Energieblockaden des Chakras sollen Störungen im endokrinen Drüsensystem hervorrufen und zu Ohren-, Nasen- und Augenerkrankungen führen. Zur Beeinflussung des A. werden > Farbentherapie, > Aurasomatherapie, > Aromatherapie und > Edelsteinmedizin eingesetzt.

Lit.: Sivananda Radha, Swami: Kundalini-Praxis: Verbindung mit dem inneren Selbst. Freiburg i. Br. : Bauer, 1992.

Ajnana (sanskr., "Nicht-Wissen"). Das Nicht-Wissen insbesondere um die Identität von > Atman und > Brahman. Dieses mangelnde Wissen bezeichnet den Zustand, in dem man nichts von seinem Selbst als dem absoluten Bewusstsein, Brahman, weiß und sich nur für einen sterblichen Körper hält. Im Gegensatz zu A. steht > Jnana.

Lit.: Bijalwan, C. D: The analysis of jnana and ajnana in the light of Nyaya and Advaita Vedanta. Madras: Bharatiya Vidya Bhavan, 1982.

Ajysyt > Itchita.

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