Aïse

Aïse, versunkene Stadt im Meer, die auf der Halbinsel Quiberon an der bretonischen Küste gelegen haben soll. Am Tag des heiligen > Columban, so wird erzählt, erschallen des Nachts die Stimmen der einstigen Bewohner von A., und ihre Geister steigen in roten Gewändern aus den Fluten des Meeres, pilgern klagend zur Kapelle, um dann wieder im Meer unterzutauchen. Mit diesem in der Bretagne herrschenden Motiv von den drohenden Fluten steht auch die Sage um das seit 1779 an der Straße von St. Nazaire nach Croisie gelegene Dörfchen Escoublac in Verbindung, die erzählt, dass Escoublac einst eine schöne, große und reiche Stadt gewesen sei. Der Reichtum hätte die Menschen jedoch verdorben. Die Mahnungen fanden kein Gehör. Dann aber gab es einen Donnerschlag, das Meer erhob sich und überflutete den Ort, der für alle Zeiten unter dem Sandberg verschwand.

Lit.: Biedermann, Hans: Die versunkenen Länder. Graz: Verlag für Sammler, 1975.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1