Ahmadiy(y)a

Ahmadiy(y)a (arab.). Islamische Bewegung, die vor allem im indischen Pundjab aus den Lehren des Hazrat Mirza > Ghulam Ahmad (1839-1908) hervorging, der seit 1880 zahlreiche Veröffentlichungen, vorwiegend mystischen Inhalts, herausgab. Am 4.03.1889 erklärte er, eine Offenbarung von Gott erhalten zu haben, die ihm die „Bay’a“, die Treueerklärung von Anhängern, entgegenzunehmen gestatte. 1891 behauptete er, er sei Masih (Christus) und der von den Muslimen erwartete > Mahdi, und 1904 verkündete er, ein „Avatar“ von > Krishna und schließlich der „Buruz“, die Erscheinung Muhammads, zu sein. Nach seinem Tod spaltete sich dann eine kleine Gruppe ab, die Mirza G. A. nicht als Propheten, sondern als Erneuerer des Islams versteht. Zur Sonderlehre der A. gehört auch die Aussage, dass > Jesus nicht am Kreuz gestorben, sondern von den Jüngern gerettet worden sei und nach Kaschmir auswanderte, wo er in Srinagar im Alter von 120 Jahren starb. Seit 1974 ist die A. aus der Gemeinschaft des Weltislams ausgeschlossen.

Lit.: Handbuch Religiöse Gemeinschaften. 4., völlig überarb. u. erw. Aufl. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 1978; Ahmad, Sheikh Nasir: Ahmadiyya: eine Bewegung des Islams. Frankfurt/M.: Verl. Der Islam, 1993.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1