Agnostizismus

Agnostizismus (griech.-lat.), Lehre von der Nichterkennbarkeit. Das Wort A. wurde 1869 von Thomas Henry Huxley geprägt und bezeichnet im Gegensatz zur > Gnosis (Wissen) das Nichtwissen (a-gnostisch) hinsichtlich Existenz und Wesen Gottes aufgrund der Annahme, dass die menschliche Erkenntnis die Grenzen möglicher Erfahrung nicht überschreiten kann und daher nicht nur die Metaphysik, sondern die Erkenntnis der Wirklichkeit als solche zu verneinen sei. Jede Frage nach einem Seinsgrund ist abzulehnen. Nur die kontrollierbare Empirie und deren rationale Deutung ist zu bejahen. Das Paranormale existiert nicht und religiöse Fragen sind überflüssig.

Lit.: Der moderne Agnostizismus / hg. von Heinz Robert Schlette. Düsseldorf: Patmos, 1979; Huxley, Thomas Henry: Collected Essays: (1893-1894). Nachdr. Hildesheim; New York: G. Olms, o. J. (Anglistica et Americana; 65).

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1