Agnes Blannbekin

Agnes Blannbekin († 1315). Alles, was wir über A. wissen, geht auf die einzig vorhandene Quelle zurück, nämlich die von ihrem Beichtvater verfasste „Vita et Revelationes“, wonach A. laut einer Notiz am Ende des Textes die Tochter eines Bauern war. Als Heimat ist das niederösterreichische Plambachek bei Plambach in der Pfarre Grünau bei Wien anzunehmen. Mit 7 oder 8 Jahren begann A. ein ca. 10-jähriges Fasten und nahm etwa 30 Jahre hindurch kaum Fleisch zu sich. Sie lebte als Begine, und ihre Frömmigkeit war gekennzeichnet durch mystische Erlebnisse, häufige > Ekstasen und > Visionen. A. starb am 10. Mai 1315. Das Geburtsjahr ist unbekannt. Ein anonymer Minorit war ihr Beichtvater, der ihre dauernden > Privatoffenbarungen als Gotteslob und zur Erbauung aufzeichnete, beginnend im Advent des Jahres 1290 am Nikolaustag. Unter dem Titel Leben und Offenbarungen der Wiener Begine Agnes Blannbekin liegt nun auch eine lateinisch-deutsche Fassung der „Vita et Revelationes“ vor.

Lit.: Leben und Offenbarungen der Wiener Begine Agnes Blannbekin († 1315). Hg., übers. u. komment. von Peter Dinzelbacher. Göppingen: Kümmerle, 1994

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1