Afra

Afra, hl. († 304), Fest: 7. August. Der Name besagt „die Afrikanerin“. Historisch gesichert ist die Enthauptung einer Afra in Augsburg unter Diokletian um 304. Sie soll der Legende nach eine Tochter des Königs von Zypern gewesen sein. Afras Mutter Hilaria soll eine Kapelle errichtet haben, die ab 565 als Wallfahrtsstätte bezeugt ist. An deren Stelle steht heute das 1012 gegründete Benediktinerstift St. Ulrich und Afra. Nach der im 8. Jh. entstandenen Passio wurde A. zum Feuertod verurteilt. 1064, im Jahre der Heiligsprechung Afras, wurde in Augsburg ein Sarkophag mit angekohlten Gebeinen entdeckt, der sich heute in der Bartholomäus-Kapelle von St. Ulrich und Afra befindet. A. ist Patronin der Büßerinnen, der > Armen Seelen, der > Heilkräuter und Helferin bei Feuersnot. Ihr Attribut ist der Fichtenzapfen. Im Freiburger Münster trägt die mit Namen genannte Heilige Salbenbüchse und Palme. In den St. Afraturm in Augsburg gelegte Kräuter sind geschützt vor jeglichem Ungeziefer, was sich Apotheker zunutze machten (Baeßler, 200).

Lit.: Bäßler, Ferdinand: Altchristliche Geschichten und Sagen, gemeinhin Legenden genannt. Eisleben: Klöppel; Leipzig: Schulze, 1864; Brambach, Wilhelm: Hermannus: Die verloren geglaubte Historia de sancta Afra martyre und das Salve Regina des Hermannus Contractus. Karlsruhe: Groos, 1892.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1