Äsop

Äsop (griech. Aisopios, lat. Aesopus), griechischer Fabeldichter, der als Begründer der Tierfabel gilt, die in Form eines Gleichnisses praktische Ratschläge und moralische Unterweisungen gibt sowie politische Aussagen trifft. Ä. soll ein freigelassenen phrygischer
Sklave aus Samos gewesen sein, der vermutlich von 620 bis 560 v. Chr. lebte. Der Überlieferung nach war er hässlich und verwachsen, aber klug und erfinderisch. Unter anderem soll er auch als „Rechtsanwalt“ gearbeitet und im Auftrag des lydischen Königs Kroisos in Delphi Geschenke verteilt haben. Die Delphier waren mit der Verteilung nicht einverstanden und stürzten ihn den Felsen hinab.
Seine Fabeln, die er aus mündlicher Überlieferung  geschöpft haben will, sind nur in Überarbeitung jüngerer Autoren erhalten. Die älteste Sammlung ist die von Demetrius von Phaleron (um 350 bis um 307).

Lit.: Aesopus: Fabeln: griechisch-deutsch. Hrsg. und übers. von Rainer Nickel. Düsseldorf u. a.: Artemis & Winkler, 2005.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1