Äquinox-Feste

Äquinox-Feste, Feiern zur Tag- und Nachtgleiche. Bei manchen Organisationen (z. B. O.T. O., Rosenkreuzer) ist das > Äquinoktium ein besonderer Festtag. Die gleiche Länge von Tag und Nacht ist als Ausgleich von Sonne und Dunkelheit Symbol des Machtstillstandes und damit der offenen Rezeptivität sowohl für die Impulse der Leben spendenden Sonne als auch für die Lebenskraft der Erde. Im Frühjahr werden daher die verschiedensten Feste zur Weckung und Stärkung der Fruchtbarkeit gefeiert, im Herbst führen die eingesammelten Früchte zu allerlei Formen von Dankfesten.
Diesen Festen liegt auch, wie Martinez > de Pasqualis hervorhebt, der Gedanke zugrunde, dass gerade die Tag- und Nachtgleiche besonders günstig für bestimmte Rituale sei. So wird z. B. beim Ritual ein Band gewoben, in das die Wünsche der Festversammlung eingeflochten werden. Die Hexen erneuern zum Fest ihre „Gelübde“, um den Eid zu bekräftigen, der anlässlich der Initiation geschworen wurde. Im Herbst ist dies auch der Tag, an dem die Hexenbesen hergestellt werden.
In der rein profanen Gesellschaft sind die Äquinox-Feste zu Unterhaltungsfesten verkommen, die rein vom Konsum gesteuert werden.

Lit.: Martinésisme, Willermosisme, Martinisme et Franc-Maconnerie: avec un résumé de l'histoire de la franc-maçonnerie en France, de sa création à nos jours et une analyse nouvelle de tous les grades de l'écossisme ... / Encausse, Gérard (1865–1916), Chamuel, 1899; Martines de Pasqually; (suivis) des Catéchismes des élus coens; (augmenté de) Martinésisme, willermosisme, martinisme et franc-maçonnerie / Encausse, Gérard (1865–1916). Demeter, 1986; Papus: Die Grundlagen der okkulten Wissenschaft. Sinzheim: AAGW, 1997.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1